OnlyFans-Steuern in Deutschland: was bei 10.000 $ im Monat 2026 fällig wird, Zeile für Zeile
OnlyFans zieht dir keinen Cent Steuern ab. Die Rechnung kommt ein Jahr später vom Finanzamt, und dazu kommt die Krankenkasse, an die bei OnlyFans kaum jemand denkt. Hier steht, was 2026 auf eine Auszahlung von 10.000 $ im Monat fällig wird, jede Zeile mit dem Gesetz dahinter, gelesen am 25. September 2026. Deine eigenen Zahlen rechnet der Steuerrechner (englisch) mit derselben Formel.
Kurze Antwort
Auf 10.000 $ Auszahlung im Monat, 2026 rund 105.235 € Gewinn im Jahr, fallen in Berlin 42.313 € an, also 40,2 % der Auszahlung: 15.597 € Einkommensteuer, 11.580 € Gewerbesteuer und 15.136 € Kranken- und Pflegeversicherung. Leg also von jeder Auszahlung rund 40 % zur Seite, am Tag, an dem sie ankommt.
OnlyFans behält keine Steuern ein. Die Finanzverwaltungen in Berlin und Baden-Württemberg ordnen Influencer dem Gewerbe zu, also brauchst du in aller Regel eine Gewerbeanmeldung. Und die Krankenversicherung kostet als Selbstständige mindestens 230,71 € im Monat, auch wenn noch kaum etwas verdient ist.
Die Rechnung auf 10.000 $ im Monat, Zeile für Zeile
Annahmen: ledig, keine Kinder, keine anderen Einkünfte, gesetzlich versichert mit Krankengeld und durchschnittlichem Zusatzbeitrag, keine Betriebsausgaben, keine Agentur. Umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 25. September 2026, 1 € = 1,1403 $.
| Posten | Betrag 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Gewinn im Jahr | 105.235 € | 120.000 $ Auszahlung, ohne Ausgaben |
| Kranken- und Pflegeversicherung | 15.136 € | 14,6 % + 2,9 % Zusatzbeitrag + 4,2 % Pflege (kinderlos), gedeckelt bei 69.750 € im Jahr |
| Einkommensteuer | 15.597 € | Tarif 2026 nach § 32a EStG, nach Abzug der Vorsorgeaufwendungen und der Anrechnung der Gewerbesteuer |
| Solidaritätszuschlag | 0 € | erst ab 20.350 € Einkommensteuer |
| Gewerbesteuer, Berlin | 11.580 € | 3,5 % auf den Gewinn über 24.500 € mal Hebesatz 410 % |
| Zusammen | 42.313 € | 40,2 % der Auszahlung, 3.526 € im Monat |
Mit Kirchensteuer (9 %) wären es 43.717 €. In München mit 490 % Hebesatz 44.573 €, in einer Gemeinde mit dem gesetzlichen Mindesthebesatz von 280 % 42.031 €. Der Unterschied zwischen den Städten ist kleiner, als der Hebesatz vermuten lässt, weil das Vierfache des Messbetrags auf die Einkommensteuer angerechnet wird.
Bei 2.000, 5.000, 10.000 und 20.000 $ im Monat
Gleiche Annahmen, Berlin. Die Quote fällt bei kleinen Beträgen höher aus, als man erwartet, weil die Krankenversicherung einen Mindestbeitrag hat.
| Auszahlung im Monat | Gewinn im Jahr | Steuern und Kasse | Anteil | Zurücklegen je Monat |
|---|---|---|---|---|
| 2.000 $ | 21.047 € | 5.325 € | 25,3 % | 444 € |
| 5.000 $ | 52.618 € | 19.214 € | 36,5 % | 1.601 € |
| 10.000 $ | 105.235 € | 42.313 € | 40,2 % | 3.526 € |
| 20.000 $ | 210.471 € | 89.359 € | 42,5 % | 7.447 € |
Gewerbe oder freiberuflich?
Gewerbe. Die Senatsverwaltung für Finanzen Berlin und das Finanzministerium Baden-Württemberg ordnen Influencer in ihren Informationen für Content-Creator den Einkünften aus Gewerbebetrieb zu: Anmeldung beim Gewerbeamt, danach binnen eines Monats der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER. Eine künstlerische, freiberufliche Tätigkeit wäre gewerbesteuerfrei, wird von diesen Stellen für Influencer aber nicht angenommen. Wer das für sich anders sieht, klärt es vorher mit einer Steuerberaterin, nicht erst im Streit mit dem Finanzamt.
Die Gewerbesteuer ist weniger schlimm, als sie klingt: Sie fällt erst auf den Gewinn über 24.500 € an, und das Vierfache des Messbetrags wird nach § 35 EStG auf die Einkommensteuer angerechnet. Bei einem Hebesatz bis etwa 400 % bleibt davon wenig echte Mehrbelastung. Abziehen als Betriebsausgabe kannst du sie nicht.
Die Krankenversicherung, der größte Posten, den niemand einplant
Als Selbstständige zahlst du den vollen Beitrag allein: 14,6 % allgemeiner Beitragssatz, im Schnitt 2,9 % Zusatzbeitrag, dazu 3,6 % Pflegeversicherung oder 4,2 %, wenn du keine Kinder hast. Die Grundlage ist dein Gewinn, aber nie weniger als 1.318,33 € im Monat. Daraus ergibt sich ein Mindestbeitrag von 230,71 € für die Krankenkasse plus mindestens 55,37 € Pflege ohne Kinder, auch im ersten Monat, in dem OnlyFans noch 200 $ auszahlt. Nach oben ist bei 5.812,50 € im Monat Schluss, das sind höchstens 1.017,19 € Krankenkasse.
Bei 10.000 $ im Monat sind das 15.136 € im Jahr, mehr als die Gewerbesteuer. Private Versicherungen rechnen anders und sind hier nicht erfasst.
Umsatzsteuer: was feststeht und was nicht
Fest steht: Die Kleinunternehmerregelung gilt seit 2025 bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr, der Regelsatz liegt bei 19 %. Fest steht auch, dass der Europäische Gerichtshof am 28. Februar 2023 (C-695/20) die Vermutung bestätigt hat, dass Fenix International, der britische Betreiber von OnlyFans, gegenüber den Fans als Leistender gilt.
Daraus folgt nach § 3 Abs. 11a und § 3a Abs. 2 UStG: Deine Leistung geht an Fenix in Großbritannien, der Leistungsort liegt dort, und in Deutschland ist sie nicht steuerbar. Die Auszahlungen würden dann auch nicht zur Kleinunternehmergrenze zählen. Das ist unsere Ableitung aus dem Gesetz, kein BMF-Schreiben zu OnlyFans. Gerade weil es um die Frage geht, ob du Umsatzsteuer schuldest, lässt du es dir einmal schriftlich bestätigen, bevor du dich darauf verlässt.
Fristen 2026 und 2027
- Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: innerhalb eines Monats nach Beginn der Tätigkeit.
- Einkommensteuer-Vorauszahlungen: 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember, sobald das Finanzamt sie festsetzt, meist nach der ersten Erklärung.
- Gewerbesteuer-Vorauszahlungen: 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November.
- Steuererklärung 2026: ohne Berater bis 31. Juli 2027, das ist ein Samstag, also bis Montag, 2. August 2027; mit Steuerberater bis 29. Februar 2028.
Die erste Vorauszahlung ist der Moment, in dem es eng wird: Das Finanzamt setzt sie nach der ersten Erklärung fest, oft rückwirkend für ein Jahr und gleichzeitig vorab für das nächste. Wer ab dem ersten Monat 40 % zurücklegt, zahlt beides aus dem Rücklagenkonto.
Die Agentur-Provision ist eine Betriebsausgabe
Was du einer Agentur zahlst, mindert deinen Gewinn und damit Einkommensteuer, Gewerbesteuer und den Krankenkassenbeitrag. Bei 40 % Provision vom Nettobetrag sinkt nicht nur die Auszahlung, sondern auch die Steuer darauf. Der Steuerrechner (englisch) zieht die Provision deshalb vor der Steuer ab. FantasyRise nimmt 30–60 % vom Nettobetrag, ohne Mindestlaufzeit, und stellt die Provision erst in Rechnung, nachdem OnlyFans auf dein eigenes Konto ausgezahlt hat; wie sich das rechnet, steht auf der Provisionsseite.
Häufige Fragen
Muss ich OnlyFans-Einnahmen in Deutschland versteuern?
Ja, ab dem ersten Euro Gewinn gehören sie in die Steuererklärung, als Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Einkommensteuer fällt 2026 erst an, wenn der Gewinn nach Abzügen über dem Grundfreibetrag von 12.348 € liegt, Gewerbesteuer erst über 24.500 €. OnlyFans behält selbst keine Steuern ein.
Wie viel Steuern zahle ich auf 10.000 $ OnlyFans im Monat?
In Berlin 2026 rund 42.313 € im Jahr, 40,2 % der Auszahlung: 15.597 € Einkommensteuer, 11.580 € Gewerbesteuer und 15.136 € Kranken- und Pflegeversicherung, ledig, ohne Kinder, ohne Ausgaben. Mit Kirchensteuer sind es 43.717 €.
Muss ich für OnlyFans ein Gewerbe anmelden?
Ja. Die Senatsverwaltung für Finanzen Berlin und das Finanzministerium Baden-Württemberg ordnen Influencer den gewerblichen Einkünften zu: Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt, danach binnen eines Monats der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER. OnlyFans nennen beide nicht; eine künstlerische, gewerbesteuerfreie Einordnung ist nicht ausgeschlossen und wird vorher mit einer Steuerberaterin geklärt.
Muss ich auf OnlyFans Umsatzsteuer zahlen?
Nach unserer Ableitung aus § 3 Abs. 11a und § 3a UStG und dem EuGH-Urteil C-695/20 nicht: Du leistest an Fenix International in Großbritannien, der Leistungsort liegt dort, in Deutschland ist das nicht steuerbar. Ein BMF-Schreiben speziell zu OnlyFans gibt es nicht, deshalb solltest du es dir einmal schriftlich bestätigen lassen.
Wie viel kostet die Krankenversicherung als OnlyFans-Creatorin?
Gesetzlich mindestens 230,71 € im Monat für die Krankenkasse plus 55,37 € Pflege ohne Kinder, 2026, auch bei sehr kleinem Gewinn. Höchstens sind es 1.017,19 € Krankenkasse im Monat. Bei 10.000 $ Auszahlung im Monat kommen Kranken- und Pflegeversicherung auf 15.136 € im Jahr.
Quellen
Allgemeine Information zu den Sätzen 2026, keine Steuerberatung für deinen Einzelfall; siehe unsere Nutzungsbedingungen (englisch). Jeder Satz ist der der Behörde selbst, unten verlinkt mit dem Lesedatum. Wo die Behörde eine Frage nicht entschieden hat, sagt die Seite das und zeigt beide Lesarten, statt eine zu wählen.
Alle Sätze gelesen am 25. September 2026, Wechselkurs zum EZB-Referenzkurs desselben Tages. Das ist eine Schätzung, keine Steuerberatung. Wenn eine Zahl falsch ist, schreib an contact@fantasyrise.com.
- § 32a EStG Einkommensteuertarif (Fassung ab VZ 2026)
- § 3 SolzG 1995 Bemessungsgrundlage, Freigrenze
- § 4 SolzG 1995 Zuschlagsatz
- § 6 SolzG 1995 Anwendung (Abs. 27: § 3 Abs. 3 neue Fassung ab VZ 2026)
- Deutsche Bischofskonferenz: Kirchensteuer (8 % BY/BW, 9 % uebrige Laender)
- Senatsverwaltung fuer Finanzen Berlin: FAQ Social-Media-Akteure (Influencer/in)
- Finanzministerium Baden-Wuerttemberg: Steuerguide fuer Influencer (PDF Stand 05.11.2025)
- § 11 GewStG Steuermesszahl und Freibetrag
- § 16 GewStG Hebesatz (Abs. 4: 280 %, wenn die Gemeinde keinen hoeheren bestimmt)
- § 19 GewStG Vorauszahlungen
- § 35 EStG Steuerermaessigung bei Einkuenften aus Gewerbebetrieb
- § 4 Abs. 5b EStG Gewerbesteuer keine Betriebsausgabe
- § 37 EStG Einkommensteuer-Vorauszahlung
- Berlin.de FAQ Gewerbesteuer (Hebesatz 410 %)
- Landeshauptstadt Muenchen: Hebesaetze Gewerbesteuer (490 % seit 1997)
- § 19 UStG Kleinunternehmer (25.000 / 100.000 EUR)
- § 3 Abs. 11a UStG Leistungskommission bei Leistungen ueber Portale
- § 3a UStG Ort der sonstigen Leistung
- § 13b UStG Leistungsempfaenger als Steuerschuldner
- § 18 UStG Voranmeldung
- EuGH 28.02.2023, C-695/20 Fenix International (Volltext nicht abrufbar, Inhalt nur ueber Sekundaerquellen gelesen)
- KMLZ (Kanzlei, Sekundaerquelle): EuGH, keine Umsatzsteuer fuer Influencer auf OnlyFans
- BMG: Beitraege zur Krankenversicherung, Stand 3. September 2026
- BMG: Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung
- § 149 AO Abgabe der Steuererklaerungen